Aus club dialektik

Wir über uns

Im Club Dialektik kommen wir, unterschiedliche Leute, zusammen, um philosophisch über verschiedenste Themen zu sprechen, die uns interessieren. Wir tun das, weil wir Spaß am Denken haben. Wir denken um des Denkens willen und um unsere Fähigkeit zu denken zu genießen und auszubauen. Denn wir wollen Autonomie in philosophischer und politischer Hinsicht. Diese Autonomie wollen wir uns gemeinsam erarbeiten, aber zugleich jeder und jede für sich.

Wir sind unterschiedlich gebildet, haben unterschiedliche Vorkenntnisse in der Philosophie und sind an unterschiedlichen Themen interessiert. Wir haben unterschiedliche Positionen, sowohl was unsere Stellung im Leben betrifft, wie auch, was unsere philosophischen und politischen Auffassungen betrifft. Was uns zusammenführt, ist der Spaß am gemeinsamem Nachdenken.

Wir diskutieren über alles, was einer philosophischen Diskussion fähig ist und genügend Leute interessant genug finden, um ihre Zeit damit zu verbringen, sei es, um eine solche Diskussion vorzubereiten, sei es, um sich an einer solchen Diskussion zu beteiligen. Beides muss gegeben sein. Wir fragen uns nach der Wahrheit dessen, was jemand sagt, um sie oder ihn zu verstehen. Die Frage nach der Wahrheit ist für uns nicht etwas Autoritäres, sondern im Gegenteil: Zur Wahrheit gibt es keinen privilegierten Zugang. Denn die Frage nach der Wahrheit lässt sich nur durch die eigene Einsicht beantworten. Auch wer "mehr" weiß, muss seine Positionen in Frage stellen, wenn er oder sie gemeinsam mit anderen nach ihrer Wahrheit fragen will. Die Frage nach der Wahrheit ermöglicht und erfordert deswegen nach unserer Ansicht und nach unserer Erfahrung gegenseitiges Verständnis und gemeinsame Arbeit an einem Gedanken.

Wir diskutieren auf eine philosophische Weise über unsere Themen: Wir bemühen uns um Verständnis dessen, was gesagt wird. Das gilt für Anwesende, aber auch für den Umgang mit Texten. Wir werden nicht in erster Linie Positionen vertreten, die wir zu verteidigen versuchen. Das zerstört die gemeinsame Arbeit an einem Gedanken, und damit Möglichkeit fruchtbarer Kommunikation. Wir versuchen, uns gemeinsam einen Gedankengang zu erarbeiten. Wir sprechen nicht über Leute, indem wir psychologische oder soziologische Erklärungen bemühen, warum jemand etwas behauptet. Bei einem solchen Umgang wird nicht ernst genommen, was gesagt wird. Wir sprechen miteinander, und versuchen einander zu verstehen.

Wir beschäftigen uns auch mit Philosophie im Sinne der Auseinandersetzung mit Texten und Positionen aus der Philosophiegeschichte (von Platon und Aristoteles über Hegel und Marx bis zur Gegenwartsphilosophie). Dabei setzen wir weder die Kenntnis der Texte voraus noch die Fähigkeit, sie zu lesen. Wir erarbeiten uns Kenntnis und Verständnis eines Textes, sowohl durch vorbereitete Einführungen wie durch gemeinsames Erarbeiten des Gedankens in der Diskussion. Wir tun dies in der Annahme, dass in solchen Texten etwas steht, was uns ermöglicht, die Welt, in der wir leben, und uns selbst besser zu verstehen. Und wir tun dies aus theoretischem Interesse. Wir fragen uns nicht zuerst: Was kann ich damit anfangen? Das wird sich dann schon zeigen, wenn sich herausgestellt hat, was für mich daran wahr ist. Denn es könnte ja sein, dass ich einer Sache, die für mich wichtig ist, aus dem Wege gehe, weil ich meine, damit nichts anfangen zu können. Aber woher will ich das wissen, wenn ich nicht verstehe, worum es sich handelt.

Indem wir uns gegenseitig zu verstehen versuchen, lernen wir voneinander und nutzen so die Vorbereitungsarbeit einer jeden und eines jeden von uns. Es entsteht dadurch - wenn das gelingt - eine produktive Atmosphäre. Diese produktive Atmosphäre durch gegenseitiges Verständnis und gemeinsame Arbeit an einem Gedankengang, das ist unser Ziel. Das erreichen wir selbstverständlich nicht immer. Aber wir sind dazu - das zeigt die Erfahrung - in der Lage, und wir wollen unsere Diskussion in dieser Weise führen. Dazu laden wir alle ein, die das nutzen, aber auch daran mitwirken wollen.