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Thesen zum Begriff der Gegenwart
von Stephan Siemens


Thesen zum Begriff der Gegenwart
von Stephan Siemens
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Inhaltsverzeichnis

Thesen zum Begriff der Gegenwart

Vorbemerkung

Die Thesen zur Gegenwart stellen eine Position von Stephan Siemens zur Diskussion, die nicht ohne Voraussetzungen ist. Im Gegenteil formuliert Stephan Siemens seine Position als ein "Linker". Stephan Siemens ist der Auffassung, dass ein Begriff der Gegenwart nur für die politischen Handlungsfähigkeit der Linken erforderlich und deswegen nur von der Linken zu erwarten ist. Diese Position wird im Club Dialektik zur Diskussion gestellt. Das bedeutet nicht, dass die Beteiligten an der Diskussion Linke sind oder sein müssten. Ausdrücklich laden wir zur Auseinandersetzung über diese Voraussetzung ein. Es sind uns alle willkommen, die sich über die Gegenwart und ihren Inhalt Gedanken machen wollen. Aber um das zu tun, ist es sinnvoll, sich die auf eine formulierte Position positiv oder negativ zu beziehen.

Es gehört zu der von Stephan Siemens vertretenen Position zur Gegenwart, dass sie nur im Rahmen einer politisch linken - d. h. an der Befreiung der Individuen orientierten - Position zu begreifen ist. Das schließt für Stephan Siemens sowohl einen Anschluss an die politische Linke wie eine Selbstkritik innerhalb der Linken ein.


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These 1

Soll die gegenwärtige Entwicklung zur Befreiung der Individuen führen, muss sie begriffen werden. Das Begreifen der Gegenwart ist die Aufgabe der Linken.

These 2

Die unmittelbaren Produzenten bringen unbewusst einen prinzipiell neuen Schritt in der Entwicklung der Produktivkräfte hervor.

These 3

Dieser Schritt der Entwicklung der Produktivkraft drückt sich unmittelbar als Individualisierung aus.

These 4

Die Globalisierung ist der allgemeine gesellschaftliche Ausdruck der Unbeherrschtheit der neuen, unmittelbar auf Weltniveau wirkenden Produktivkräfte.

These 5

Die Beherrschung der Beziehungen der Menschen in der Produktion – und damit die Befreiung der Menschen – ist die Bedingung dafür, die natürlichen Lebensvoraussetzungen der Menschen erhalten zu können – und damit für das Überleben der Menschheit.

These 6 (von Eva Bockenheimer)

Die kapitalistischen Produktionsverhältnisse beruhen auf einer geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung, die sich in Industriestaaten am deutlichsten dann bemerkbar macht, wenn Männer und Frauen gemeinsam Kinder zeugen. Die gesellschaftliche und individuelle Aneignung der natürlichen Fortpflanzung ist Voraussetzung dafür, dass die Menschen nicht mehr ihrer Sexualität untergeordnet sind, sondern umgekehrt in der Lage sind, sich ihre Sexualität so unterzuordnen, dass sie wesentlich Ausdruck ihrer Individualität und Freiheit ist. Ein individuelles Verhältnis zur eigenen Sexualität zeigt sich auch in einem freien Verhältnis zur sexuellen Orientierung und sexuellen Identität.

(wird fortgesetzt)